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Die Entwicklung Bergheims seit der Jahrhundertwende 

von Heinz Nies

Als Lehnträger des "Großen Hofes zu Bergheim", des Haupthofes, erscheint um 1250 der Ritter Konrad v. Bergheim. Nach dem Güterverzeichnis des Grafen Ludwig von Arnsberg von 1312 war Anton Schade mit dem Bergheimer Hof belehnt, ein Glied jener im Sauerland reich begüterten Familie, die auch das "Burggut Schwiedinghausen" bei Neheim einst besaß, das unmittelbare westlich vom Neheimer Freibad gelegen hat.
Mit der "Curia" und mit einem "Mansus", das heißt mit dem Haupthof und einem kleinen Hof zu Bergheim, war um jene Zeit der Neheimer Burgmann Johann Sleper, blutmäßig aus der Familie v. Nihem stammend, belehnt. Auf bitten dieses Johann Sleper übertrug der Graf Wilhelm von Arnsberg im Jahre 1338 beide Höfe dem Gerwin v. Böckenförde, von dem sie 1344 an Heinrich v. Böckenförde, wohl des vorgenannten Sohn, verkaufte im Jahre 1423 beide Höfe an Hermann v. Melschede, dessen Hauptsitz das gleichnamige Schloß Melschede bei Balve war. Nach einer Urkunde aus dem Jahre 1344 gab es neben dem eben beschrieben Hofe noch eine "Curtis", einen weitern Haupthof, der den Namen "Wyershof" führte und ebenfalls der Familie Schade gehöhrte.
In der Zwischenzeit erscheint ein Johannes v. Bergheim als Urkundszeuge und um die gleiche Zeit ein Dietrich v. Bergheim. Ob sie Glieder vorgenannter Besitzerfamilien waren, die ihre Namen lediglich nach dem Wohnsitz Bergheim gewählt bzw. gändert hatten, läßt sich nicht einwandfrei klarstellen, wie es überhaupt mangels genauer Unterlagen nicht möglich ist, die verschiedentlich genannten Güter und Besitzungen klar zu unterscheiden und zu lokalisieren. Wenn zum Beispiel ein "Frühmeßhof" und ein "Kerkhof" genannt werden, ist anzunehmen, da? diese nicht selbstständige Höfe darstellten, sondern nur so bezeichnet wurden, weil sie der Neheimer Kirche abgabepflichtig waren.
Hermann v. Melschede vererbte die Begheimer Güter an seinen Sohn Johann, dieser an seinen Sohn Heinrich. Da Johann v. Melschede durch den Ankauf des Burggutes Schwiedinghausen in große Schulden geraten war, und auch der Sohn diese nicht tilgen konnte, sah letztere sich gezwungen, die Güter zu veräußern. Den "Wesenhof" oder "Kleinen Hof" kaufte 1483 der Neheimer Bürger Heinrich v. Stockum, von dem ihn Jürgen Hengst erwarb. der ihn 1599 an Heinrich Hömberg verkaufte. Von Hömbergs Erben kaufte ihn die Stadt Neheim im Jahre 1657, wodurch nun die gesamte Bergheimer Flur, außer dem Kircheneigentum, im Besitz der Stadt war; denn diese hatte den "Haupthof Bergheim" mit den dazugehörenden Liegenschaften und Rechten bereits im Jahre 1492 von Heinrich v. Melschede käuflich erworben. Dieser Kauf war abgeschlossen im "Gehegeden Gerichte" auf dem Rathaus zu Neheim vor Thomas v. Müschede, Richter zu Neheim und Wilhelm v. Fürstenberg, Droste (Amtmann) von Neheim. Nach alten Markenrollen im Archiv der Stadt Neheim gab es 1519 auf Bergheim noch vier Höfe, die Laufe des 17. Jahrhunderts nicht mehr bearbeitet wurden und verfielen. Nur noch später immer wieder bei Bau - Rodungsarbeiten gefundene Spuren und Reste aus dieser Zeit dienen uns als Zeugen und neben diesen weisen die noch vorhandenen Straßenbezeichnungen, wie "Iringweg", "Sleperfeld", "Sleperhof", und "Sleperstraße darauf hin, daß Bergheim eine alte Siedlung ist, die geschichtlich neben der Altstadt Neheims eine nicht unerhebliche Rolle gespielt hat. 

 

Quelle: Siedlergemeinschaft Bergheim